Klein Siemen hat die Prägung eines für Mecklenburg typischen Gutsdorfes.
Erwähnt wurde Klein Siemen erstmalig 1322 – der Ort schaut auf eine Geschichte von 700 Jahren zurück.Das Gutsdorf entstand wohl um 1750. Es ist hufeisenförmig um den Hofteich angelegt. Das Gutshaus erhebt sich mittig mit großzügiger Parkanlage dahinter. Seitlich davon stehen die noch erhaltenen Stall- und Scheunengebäude sowie das Rittmeisterhaus. Die Gebäude sind zum großen Teil zu Wohnhäusern umgebaut.
Zur Kastanienallee wurde die Gutshofanlage durch zwei Scheunen und ein Tor beschlossen. Eine Scheune ist noch vorhanden, die ebenfalls zum Wohnhaus umgestaltet wurde. Auch die Grundsteine der Toranlage sind noch erkennbar.
Entlang der Kastanienallee befinden sich sog. Schnitterkasernen, die den Landarbeitern und Tagelöhnern Wohnraum boten. Vier Doppelkatens sind noch vorhanden, dazwischen sind drei Neubauten entstanden.
Das Gutshaus steht unter Denkmalschutz. Die Kastanienallee mit der alten Kopfsteinbepflasterung im Anfangsbereich steht ebenfalls unter Denkmalschutz und genießt den BUND-Alleenschutz.
Mit großer Freude möchten wir zwei besondere Bücher vorstellen, die sich intensiv mit der Geschichte von Klein Siemen und seiner Umgebung beschäftigen. Beide Werke geben spannende Einblicke in die Entwicklung unseres Dorfes, das Leben auf dem Gut sowie in die Gedanken- und Lebenswelt früherer Zeiten. Sie verbinden historische Fakten mit persönlichen Berichten und machen Geschichte anschaulich, greifbar und lebendig.
Klein Siemen – Eine slawische Siedlung macht Geschichte
Mit erhellenden Berichten des Bremer Gutsherrn
Johann Gildemeister (1784-1844), Edition Temmen 2022
Herausgeber: Johann-Günther König
Eindringlich beschreibt und hinterfragt Johann-Günther König in seiner umfangreichen Geschichte über das im Landkreis Rostock gelegene Gutsdorf Klein Siemen, was sich seit der ersten urkundlichen Erwähnung der einst slawischen Siedlung im Jahre 1322 alles ereignet hat. Seine Studie wird bereichert durch die erstmalige Veröffentlichung der brieflichen Berichte des Gutsherrn Johann Gildemeister. Der Abkömmling einer bedeutenden Bremer Familie führte ab 1810 in Klein Siemen eine moderne, rationelle Agrikultur und die wohl erste Stallwirtschaft in Mecklenburg ein. Gildemeisters ausführliche Schilderungen sind ein seltener Fund; sie gewähren ungewöhnliche und vertiefende Einblicke in die Vorgänge auf einem Rittergut vor 200 Jahren.
Berichte des Mecklenburger Gutsherrn Johann Gildemeister aus dem frühen 19. Jahrhundert
NVM Verlag, Grevesmühlen 2024
Herausgeber: Johann-Günther König
Fast ein halbes Jahrhundert lang – von 1810 bis 1857 – war das Lehngut Klein Siemen bei Kröpelin im Besitz der Bremer Familie Gildemeister. Die Briefe des 1784 in Bremen geborenen Gutsherrn Johann Gildemeister sind für Mecklenburg ein einmaliges, herausragendes Zeitdokument. Sie geben aufschlussreichen Einblick in das Denken und Handeln eines bürgerlichen Gutsbesitzers im frühen 19. Jahrhundert. Gildemeister, der Klein Siemen bis 1826 bewirtschaftete, schildert nicht nur landwirtschaftliche Vorgehensweisen, sondern auch die Lebensbedingungen und das Zusammenleben der Tagelöhner, Mägde, Knechte, Hauswirtschafterinnen, Holländer und Schreiber. Darüber hinaus enthalten seine Briefe Aussagen über die Gutsherren der Umgebung und einschlägige Würdenträger.
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